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Klangpoesie erster Klasse – Konzert «musica sacra»

Am Sonntagabend vom 26. Oktober 2025 verzauberten Albin Brun und Kristina Brunner mit mal rhythmisch temperamentvollen, mal lyrischen oder experimentellen Klänge aus den beiden Schwyzerörgeli, dem Cello und dem Sopransaxofon in die sehr hallige aber akustisch für diese Musik sehr geeignete Pfarrkirche St. Jakob in Rain.

Der Präsident des Vereins Musica Sacra Rain Patric Stocker begrüsste die zahlreichen Konzertbesuchenden am Sonntagvorabend.  Er hiess Albin Brun aus der Innerschweiz und Kristina Brunner vom Berner Oberland willkommen. Gemeinsam führten sie das begeisterte Publikum mit ausschliesslich Eigenkompositionen ins «Innerland». Die beiden Musizierenden traten in den Chorraum, wo Cello, Sopransaxofon und zwei Schwyzerörgeli zum Bespielen bereit waren und die Zuhörenden aufs Konzert gwundrig machten.

Albin Brun begrüsste gleich mit dem Sopransaxofon und lud Kristina Brunner beim von ihr komponierten Stück «Shovidar!» zu einem ersten musikalischen Dialog ein.

Die zweiundreissigjährige Kristina Brunner mit Bachelorstudium mit dem Cello und Bachelor- und Masterstudium auf dem Schwyzerörgeli und der Multiinstrumentalist Albin Brun entwickeln ihre Musik in den wöchentlichen musikalischen Treffen. Seit 2017 entwickelt das Duo Albin Brun & Kristina Brunner in einem kontinuierlichen Prozess, seine eigenwillige, atmosphärisch dichte Klangpoesie und gilt heute als eines der profiliertesten Ensembles der zeitgenössischen Volksmusik in der Schweiz.

Der Luzerner Musiker selber ist unter anderem Kunst- und Kulturpreisträger der Stadt Luzern und wurde mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet. Der erfahrene Musiker pflegt mit seinen Formationen eine intensive Konzerttätigkeit im In- und Ausland und gilt heute in der Schweiz als eine Schlüsselfigur der Szene zwischen Jazz und zeitgenössischer Volksmusik.

Kristina Brunner erhielt 2016 zusammen mit ihrer Schwester Evelyn den Kulturförderpreis der Stadt Thun.

Klangpoesie weckt innere Bilder

Kristina Brunner meinte vor dem Konzert, dass es schon interessant sei, welche Klangvorstellungen sich die Zuhörenden zu einem von ihnen kommunizierten Liedtitel machen würden, oder mit welchen eigenen inneren Bildern sie die interpretierten Stücke anreichern würden.

Die am Sonntag gehörte Musik passt in keine Schublade. Sie wird irgendwo zwischen Volksmusik und Jazz oder dazwischen angesiedelt, also wie der Titel «Dazwitsch» sagt, worin man auch Vogelgezwitscher von Albin Bruns Schwyzerörgeli hören konnte.

Die beiden Instrumente verschmolzen oft zu einem intensiven Klang wie von einem Instrument.Bei einigen Kompositionen fühlte man sich Miteinbezogen zu sein in ein intimes Zwiegespräch, welchem die beiden Musizierenden durch die Klänge ihrer Instrumente voller Hingabe und mitreissender Spielfreude mit geschlossenen Augen Ausdruck verliehen.

Bei «Schratteflue» von Albin Brun, welches als Bergmeditation in Abendstimmung anmoderiert wurde, wähnte sich die Zuhörende vom Jodelklang, durch das Schwyzerörgeli intoniert, und der Solostimme des Cellos mit wunderbarer atmosphärischer Musik ins Herz gespielt, in die Berge versetzt.

Viele Stücke sind gefüllt mit Klängen anderer Kulturen oder von Orten inspiriert, wie das «Amatlan» oder «Een Van Terschelling», in welchem das Meeresrauschen beispielsweise ohne Klang, nur durch Füllen und Entleeren des Schwyzerörgeli-Blasbalgs dargestellt wurde.

Zum Schluss ertönte eine Auftragskomposition über eine Bach’sche Tanzvariation, welche zur «Gigue très chic» wurde.

Albin Brun und Kristina Brunner haben mit ihrem traumhaften experimentellen Zusammenspiel von magischer Schlichtheit in Rain ihre eigenwilligen, melodiösen, verspielten, überraschenden, hoch virtuosen und berührenden Klangwelten vorgestellt.

Bericht: Margrit Leisibach Hausheer

Fotos: Kurt Häfliger

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