Am Samstag, 10. Januar wurden die Sternsingerkinder im Abendgottesdienst gesegnet, um nachher zu den Menschen in allen Häusern der Pfarrei Rain aufzubrechen. Die 31 Erstkommunionkinder und 15 ehemalige wiederbegeisterte Sternsingerkinder pflegen diesen Brauch in Rain mit viel Freude und Enthusiasmus.
Die Katechetin Monika Koller-Wermelinger, schon seit 18 Jahren verantwortlich für den traditionellen Event zum Jahresstart, begrüsste mit Pfarreileiter Erich Hausheer zusammen die 46 Sternsingkinder und viele Begleitpersonen und Pfarreiangehörige. Die Sternsingkinder ihrerseits sangen mit dem Volk zusammen «Das esch de Stärn vo Betlehem», wie sie es auch bei den Häusern gemacht haben.
In diesem Jahr sammelten die Kinder Geld um Hilfsprojekte zu unterstützen, welche in Bangladesch Kindern die Schulbildung ermöglichen. So wie beim zehnjährigen Tazim, dessen eindrückliche Geschichte im Gottesdienst erzählt wurde. Er und seine Eltern erhielten Unterstützung in Form von Medikamenten und Koordinationsgesprächen mit der Fabrikleitung, in welcher er arbeiten musste, um Einkommen für den Lebensunterhalt der Familie aufzubringen. Durch die Medikamente wurde der Vater wieder gesund, um selber arbeiten zu können und für Tazim wurde eine geeignete Schule gefunden.
Damit soll ein friedlicheres Zusammenleben ermöglicht und die Kinderrechte gestützt werden.
Vor dem Bibeltext des Propheten Jesajas, wo es um den Einsatz der Menschen für Gerechtigkeit und gegenseitige Unterstützung geht, sangen die Kinder das beliebte Lied von Andrew Bond «B.I.B.E.L»
Pfarreileiter Erich Hausheer segnete die Kreiden, die zum Anschreiben des Türspruchs verwendet werden und die Sternsingkinder, damit sie den Frieden und die Freude sicher zu den Menschen in die Häuser bringen mochten.
Der Segnungsgottesdienst wurde von Chiara Wicki und ihrem Klarinettenlehrer Jonas Bless sowie von Andreas Wüest, welcher auch das Lied «Stern über Bethlehem<» intonierte, musikalisch mitgestaltet.
Jedes Haus der Pfarrei Rain wird besucht
«Gott sägnet euch ond euches Huus!“ sprachen die Kinder auf ihrer Tour von Haus zu Haus, schrieben den Spruch an die Türe und appellierten für Solidarität mit den Kindern in Bangladesch und weltweit. „Wir besuchen jedes Haus der Pfarrei!“ wissen die Sternsingkinder. Die Kinder sind oft sehr willkommen und werden an vielen Orten schon erwartet, kriegen manchmal auch noch ein Guezli oder ein Zeltli als Anerkennung für ihre Arbeit.
Am Samstag-, Montag- und am Dienstagabend wartete traditionsgemäss jeweils ein kleiner Imbiss auf die müden aber überaus glücklichen 29 Sternsingergruppen „29 Erwachsene begleiteten dieses Jahr die insgesamt 46 Kinder zu den Häusern in Rain“, berichtet die verantwortliche Katechetin.
Jedes Jahr werden die Königinnen und Könige sowie die Sternträgerinnen von flinken Händen der vier zusätzlichen Frauen eingekleidet. Im Dezember wurden die Kleider probiert, Längen angepasst und nach den drei Sternsingertagen werden sie wieder gewaschen und fürs kommende Jahr bereitgemacht.
Bericht und Fotos: Margrit Leisibach Hausheer
