Der Jodelgottesdienst vom ersten August und das anschliessend vom Kirchenrat spendierte «Waldfest» fand sehr grossen Anklang. Die Jodelgruppe Herzklang aus Hildisrieden traf mit ihren klanglich und textlich herausragenden Jodelliedern in die Herzen aller Mitfeiernden.
Bereits beim feierlichen Einzug zu Beginn des Bundesfeiertagsgottesdienstes setzte die Jodelgruppe Herzklang einen eindrücklichen Akzent. Mit dem Lied «Zum Gruess» von Hannes Fuhrer empfingen die vier Rainer Vereins-Fahnendelegationen zusammen mit Pfarreileiter Erich Hausheer und einer stattlichen Schar Ministrantinnen und Ministranten die versammelte Gottesdienstgemeinde. Die vier Sänger und fünf Sängerinnen aus Hildisrieden und Umgebung beeindruckten während der gesamten Feier mit ihren wohlklingenden und gehaltvollen Jodelliedern, die zum Innehalten und Nachdenken einluden.
Die Jodlerin Erika Estermann zeigte sich nach dem Gottesdienst begeistert: «Es war so schön, die leuchtenden Augen und die grosse Aufmerksamkeit der Mitfeiernden zu erleben.» Tatsächlich war während der ganzen Feier eine besondere Atmosphäre der Ruhe und Besinnlichkeit spürbar, die durch den beeindruckenden Gesang zusätzlich verstärkt wurde.
Besonders unter die Haut ging der Schweizerpsalm. Gemeinsam stimmten die Gottesdienstbesuchenden stehend und sehr innig die Landeshymne an, begleitet von Andreas Wüest an der Orgel.
In seiner Predigt nahm Pfarreileiter Erich Hausheer Bezug auf die beiden Bibeltexte sowie auf den Zwischengesang «Gottvertraue» der Jodelgruppe. Die Botschaft der Texte sei klar: Gott ermutige die Menschen, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und mutig für das Gute, den Glauben und die Frohe Botschaft einzustehen. Dies stets im Vertrauen darauf, dass Gott die Menschen auf ihrem Lebensweg begleite.
Einen weiteren bewegenden Moment schuf Bernhard Zemp aus dem Eigenthal mit dem traditionellen Alpsegen, dem sogenannten «Bätruef». Der einstimmige, unbegleitete Sprechgesang erklang durch die sogenannte Folle, einen vor den Mund gehaltenen hölzernen Milchtrichter, in die Rainer Kirche hinein. In seinem mundartlich gefärbten Hochdeutsch bat Zemp die Heiligen um ihren Schutz und Segen. Diese Tradition pflegt er in Rain seit mehr als zwanzig Jahren mit grosser Hingabe. In diesem Jahr stand sein Sohn Florentin ganz in seiner Nähe und schien bereits erste Erfahrungen für eine spätere Weiterführung dieses Brauchtums zu sammeln.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarreileiter Hausheer allen Mitwirkenden und Helfenden herzlich für ihren Einsatz. Besonders würdigte er die prächtigen Festtagstrachten der Sängerinnen und ermunterte Frauen, die selbst noch eine solche Tracht besitzen, diese wieder vermehrt zu festlichen Anlässen oder Gottesdiensten zu tragen.
Mit Blick auf den Bundesfeiertags als Symbol des Zusammenhalts sprach Hausheer den Vereinen einen besonderen Dank aus. Ihr Engagement und ihre Präsenz mit den Fahnendelegationen seien von grosser Bedeutung für das gesellschaftliche Leben. Ohne die vielfältige Vereinsarbeit, so seine Überzeugung, würden Gemeinden mit der Zeit zu Orten, in denen zwar gewohnt, aber immer weniger echte Gemeinschaft gelebt werde.
Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Kirchenrat zu einem unkomplizierten Waldfest mit Cervelat, Brot und Getränken ein. Aufgrund des geltenden Feuerverbots konnten die Würste zwar nicht gebraten werden, doch wurden sie mit Senf und begleitet von Sbrinzmöckli dennoch gerne genossen.
Fast alle Gottesdienstbesuchenden verweilten anschliessend noch lange im Gespräch hinter der Kirche, auf der Kirchenmauer oder auf den aufgestellten Festbänken. Das zum zweiten Mal in dieser Form durchgeführte Zusammensein fand grossen Zuspruch. Die Cervelats waren rasch verteilt, und die zahlreichen Begegnungen machten deutlich, dass der Anlass ein echtes Bedürfnis getroffen hatte. Entsprechend zufrieden blickten die Mitglieder des Kirchenrates am Ende auf ein rundum gelungenes Pfarreifest zurück.
Bericht und Fotos: Margrit Leisibach Hausheer
