Am vergangenen Sonntag, dem 20. September fand im Rahmen des eidgenössischen Dank-, Buss- & Bettags ein Gottesdienst im Traselinger Wald in Hildisrieden statt. Dieser wurde zusammen mit den drei “Berghofgemeinden” und der reformierten Kirche Hochdorf organisiert. Geleitet wurde die Feier durch Lilli Hochuli (Hochdorf), Max Axmann (Römerswil) und Erich Hausheer (Rain & Hildisrieden). Ausserdem wirkten die Musikgesellschaft Römerswil und der Kirchenchor Hildisrieden am Gottesdienst mit.
Für diesen fanden sich die Einwohner der verschiedenen Gemeinden um zehn Uhr im Traselinger Wald zur 39. Bettagsfeier ein. Eröffnet wurde diese durch die Musikgesellschaft Römerswil unter dem Dirigat Marcel Roth. Der Kirchenchor Hildisrieden gestaltete die Feier mit Ihrem Gesang unter Leitung von Philippe Frey mit. Der historische Hintergrund für die Zusammenarbeit der vier Pfarreien liegt weit zurück. Bis 1838 gehörten die drei Gemeinden Hildisrieden, Rain und Römerswil zur sogenannten “Grossgenossenschaft des Berghofs” und wurden erst nachher eigenständig.
Der diesjährige Bettag stand unter dem Thema “Wahrnehmen?”. Dazu hielten Max Ammann und Lilli Hochuli eine Predigt und stellten verschiedene Fragen zu unserer Wahr-Nehmung. Auch wenn wir es gerne teilweise so hätten, so ist unsere Wahrnehmung alles andere als objektiv. Unsere Augen und damit ein Teil unserer Wahrnehmung sind keine neutralen Linsen, welche die Welt so abbilden wie sie ist. Jede unserer Erfahrungen geht zuerst durch einen Filter, der durch unsere Vergangenheit geprägt und geformt wurde. So ist es auch für unsere anderen Sinne. Eine Person mag einen bestimmten Geruch, ein Lied, einen Geschmack, eine Berührung, eine Aussicht mit einer Erinnerung oder Interpretation verbinden, wobei eine andere Person zu denselben Eindrücken komplett andere Assoziationen machen wird. Denn wie es mit Glaubenssätzen oder Überzeugungen die man hält , so kann man auch seine Wahrnehmung ändern und sich darum bemühen, die eigene Wahrnehmung kritisch zu hinterfragen. Dies ist vor allem in der heutigen Zeit der grossen Menge an frei zugänglichen Informationen wichtig, wo es immer schwieriger wird, neutral von subjektiv zu unterscheiden.
Nach dem Gottesdienst gab es einen Apéro, an dem die Mitfeiernden sich Most, Brot und Käse bedienen durften. Organisiert wurde dieser vom Kirchenrat Hildisrieden.
Text und Foto: Marc Amrein

MG Römerswil mit Dirigent Marcel Roth

Lilli Hochuli (Mitte) bei der Predigt zu Wahrnehmung mit Erich Hausheer (h.l) und Max Amman (h.r.)

Kirchenchor Hildisrieden mit Philippe Frey
